Die Else Voss Stiftung

Die Else Voss Stiftung wurde am 20. Juni 1968 von dem Ehepaar Karl Andreas und Else Voss gegründet.

Karl Andreas Voss war Verleger in Hamburg und Mitbegründer des Axel Springer Verlags. Die Stiftung erhielt den Namen seiner Ehefrau Else. Ziel und Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist es, älteren Menschen mit kleinen Einkommen preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, der ihnen im Rahmen des Servicewohnens ein selbständiges Leben in der eigenen Wohnung bis ins hohe Alter ermöglicht. Großzügige Gemeinschaftsräume sollen das Zusammenleben und die gegenseitige Hilfsbereitschaft fördern.

Damals war diese Idee neuartig, denn es gab nur Alten- und Pflegeheime mit Einzel- oder Mehrbettzimmern, und schon damals sträubten sich ältere Menschen, in ein Heim zu ziehen und ihre Selbständigkeit aufzugeben.

Else Voss Karl Andreas Voss

Die Else Voss Stiftung wird auch heute noch nach diesen Grundsätzen ihrer Stifter geführt. Darüber hinaus sorgen regelmäßige kulturelle und weiterbildende Angebote für Anregung, Kommunikation und Lebensqualität. Senioren aus der Umgebung sind hierbei herzlich willkommen.

Die Mitglieder des Vorstands sind ehrenamtlich tätig. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist eine Enkelin von Else Voss.

Originaltext von Karl Andreas Voss bei Einweihung der Wohnanlage 1971

"Das war wohl immer so, aber vor Jahrzehnten war der alte Mensch weniger von der Unruhe des Lebens bedrängt und es wurde wohl auch mehr auf ihn Rücksicht genommen, um nicht zu sagen, er wurde mehr geachtet.

Daraus soll der Jugend kein Vorwurf gemacht werden, aber es ergab sich daraus die Notwendigkeit, alten Menschen die Hilfe zu gewähren, die sie heutzutage nicht immer finden, noch nicht einmal bei ihren eigenen Kindern.

Das soll keine Anklage sein, aber es sollte auch bedacht werden. Dafür haben wir die Else Voss Stiftung errichtet, die sich die Aufgabe gestellt hat, alleinstehenden alten Menschen eine bequeme und hilfreiche Wohnung zu geben und sie, soweit sich das fördern lässt, vor der Einsamkeit zu bewahren, die neben wirtschaftlicher Not eines der schwersten Erlebnisse alter Menschen ist.

Das Wohnhelm ist kein Altersheim, die Bewohner sind nicht Stiftsinsassen, sondern Mieter. Alle Wohnungen sind so eingerichtet, dass die allein stehenden Damen und Herren ihr eigenes Leben in einer eigenen Wohnung führen können. Sie sollen in ihrer Lebensführung nicht bevormundet, aber unterstützt werden. Wir meinen, dass auch der alt gewordene Mensch ein eigenes Leben unabhängig weiterführen soll. Er soll nach Möglichkeit für sich selbst sorgen, aber dann Hilfe erhalten, wenn er es nicht mehr ganz schafft. Darum ist dem Heim eine persönliche Leitung gegeben worden, die die Aufgabe hat, den Bewohnern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Sollten die Bewohner krank werden, so können sie selbst entscheiden, welchen Arzt sie rufen wollen und falls sich eine ernsthafte Erkrankung entwickeln sollte, würden sie durch den Arzt die Aufnahme in ein Krankenhaus erwirken müssen. In der Zwischenzeit natürlich helfen wir. Daneben erwarten wir natürlich, dass sich im Laufe der Zelt mit den Bekanntschaften von Wohnung zu Wohnung auch eine nachbarliche Hilfe entwickelt und damit im kleineren Bereich der gute Wille bestätigt wird, der uns zur Errichtung der Stiftung bestimmt hat.

Neben diesem Nachbarschaftsverhältnis, auf das wir große Hoffnungen setzen, erwarten wir viele Anregungen aus den im Zentrum des Hauses gelegenen Gemeinschaftsräumen, die dazu bestimmt sind, die Bewohner des Hauses zusammenzuführen.

Die Heimleitung wird sich bemühen, Anregungen aller Art zu geben wobei wir uns besonders freuen würden, wenn jeder einzelne nach seinen Kräften dazu beitragen würde."